KPU-Kryptopyrrolurie

Was ist KPU?  KPU die Abkürzung für Kryptopyrrolurie. Kryptopyrrol ist 2,4-Dimethyl-3-Ethyl-Pyrrol. Diese chemische Verbindung wurde 1969 von Donald G. Irvine entdeckt und von A. Sohler, dem leitenden Chemiker des Brain Bio Centers in Princeton, New Jersey bestätigt.

Kryptopyrrol wird im Urin gemessen, deshalb Kryptopyrrolurie. Es ist der Verdienst von Carl Curt Pfeiffer am Brain Bio Center in Princeton, New Jersey, dass ab 1970 klinische Untersuchungen über diese Erkrankung stattfanden. Seine Forschung wirkt bis heute.

Pyrrole sind Bausteine des Häms. Also des roten Blutfarbstoffs. Aber auch das Entgiftungssystems der Leber besteht aus diesen Bausteinen. Es handelt sich um komplexe Ringsysteme , in deren Zentrum ein Metall-Ion als Zentralatom gebunden ist. Hier ist es Eisen. Von Bedeutung ist, dass es aufgrund mehrerer Enzymdefekte zu Häm-Synthese-Störungen kommt, wodurch ein Anstieg von Pyrrolen im Blut auftritt. Diese Pyrrole werden schließlich über den Urin ausgeschieden.

Was passiert bei der Ausscheidung über die Nieren?

Das Pyrrol bildet mit Pyridoxal-5-Phosphat, das ist die chemische Bezeichnung für Vitamin B6 in der aktiven Form, Zink und auch in geringerem Ausmaß  mit Mangan einen Komplex, der dann mit dem Urin ausgeschieden wird. Durch diesen Vorgang kommt es zu einem Defizit dieser Stoffe im menschlichen Körper, das allein mit der Ernährung nicht ausgeglichen werden kann.

Wie häufig kommt diese Krankheit vor?

Es wird geschätzt, dass bei etwa 10% der Bevölkerung Kryptopyrrol im Urin nachweisbar ist. Dabei können viele dieser Menschen jedoch völlig ohne Symptome sein. Frauen sind viel häufiger betroffen als Männer. Das Verhältnis beträgt  etwa 8:1.

Ist diese Krankheit erblich?

Eine familiäre Häufung ist feststellbar, es scheint also eine genetische Anlage zu bestehen. Es wurde außerdem beobachtet, dass in diesen Familien häufiger Mädchen als Jungen geboren werden.

Ist diese Krankheit ansteckend?

KPU ist nicht ansteckend wie beispielsweise Schnupfen. Auch über eine Bluttransfusion ist diese Stoffwechselstörung nicht übertragbar. An KPU erkranken nur Menschen mit einer genetisch bedingten Empfänglichkeit.

Wie wird KPU im Labor festgestellt?

Für die Urinuntersuchung werden 10ml frischer morgendlicher Urin benötigt, der in ein Spezialröhrchen eingefüllt wird, das Vitamin C als Stabilisator enthält. Der Urin muss spätestens nach 5 Tagen untersucht werden. Alle Vitamin B – Präparate und Zink müssen mindestens eine Woche lang vorher abgesetzt werden, weil sonst das Messergebnis zu niedrig ausfallen kann (falsch negativ). Die Messung erfolgt mit einem UV-Photometer bei 540 mm Wellenlänge. Ein Wert über 15 µg/dl ist pathologisch.

 

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Die 6. Auflage zu „Leben mit KPU-Kryptopyrrolurie“ ist in Vorbereitung

Das Buch „Leben mit KPU-Kryptopyrrolurie“ „feiert“ seinen 10. Geburtstag. Anlass genug zurückzuschauen. Die Zahl der Menschen, die KPU kennen, hat zugenommen, also hat das Buch sein Ziel erreicht, diese Stoffwechselstörung bekannter zu machen. Aber das ist noch nicht alles. KPU ist ein gutes Beispiel dafür, dass es außerhalb der konventionellen Medizin Themen gibt, die für unser Leben nützlich sind, die aber offiziell nicht vorkommen. Sie werden ausgeklammert. KPU findet man in keinem medizinischen Lehrbuch. Kein Medizinstudent hört etwas darüber. Das führt später dann zu Irritationen, wenn Patienten das Thema ansprechen. Was in keinem Lehrbuch steht, gibt es nicht und somit ist die weitere Diskussion mit dem Patienten beendet.

Kann es wirklich sein, dass es medizinische Probleme gibt, die in keinem Lehrbuch stehen?

Ja, das gibt es. Moderne Medizin ist eine Sache der Industrie geworden. Sie gibt die Richtung vor und entscheidet, was wichtig ist. Das oberste Prinzip einer Industrie ist aber der finanzielle Erfolg. Nur daran wird sie gemessen. Auch Patente sind wichtig für eine Vermarktung.

Da kann KPU nicht mehr mithalten. Zink, Vitamin B6 und Mangan sind billig zu bekommen. Ein Patent auf Naturstoffe gibt es nirgends wo. KPU wird also immer ein Außenseiter bleiben.

Oder?

Die Welt hat sich grundlegend geändert. Niemand hat mehr ein Monopol auf Wissen. Was im Mittelalter begann und bis in die neuere Zeit gut funktionierte, ist für immer zu Ende. Wissen lässt sich nicht mehr kontrollieren oder geheim halten. Die moderne Kommunikation macht das möglich.

Was sind die Folgen?

Es entstehen Parallelwelten. Einmal der offizielle Bereich mit Universitäten, Krankenkassen, Rententrägern, Ärztekammern und Industrie mit einer geschlossenen Vernetzung und andererseits die Alternativbereiche. Und wir wechseln nach Bedarf in diese Welten. Wir haben ja die Möglichkeit, uns zu informieren und suchen uns dann das für uns geeignetste heraus. Immer mehr Möglichkeiten kommen hinzu, denn auch in der Medizin findet eine Globalisierung statt.

Die Beschäftigung mit KPU hat diesen Trend verstärkt. Die Informationsgesellschaft macht es möglich.

Die neue Auflage wurde wieder erweitert. Ein wichtiges Vitamin ist hinzugekommen: Vitamin K2. Was das bedeutet, steht in diesem Buch.