KPU (Kryptopyrrolurie) und Schilddrüse

Sehr viele Patienten mit KPU leiden gleichzeitig an einer Schilddrüsenerkrankung. Dabei handelt es sich häufig um eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) Diese entsteht meist durch einen Autoimmunprozess mit Zerstörung der Schilddrüse. Bei dieser Erkrankung handelt es sich um die Autoimmunthyreoiditis Hashimoto. Sie ist die häufigste Autoimmunkrankheit des Menschen.

Vorkommen und Häufigkeit

Hashimoto-Thyreoiditis heißt nach ihrem Entdecker Hakaru Hashimoto, der 1912 in Deutschland diese Krankheit als erster beschrieb. Thyreoiditis bedeutet Entzündung. Dabei handelt es sich nicht um eine Infektion mit Bakterien oder Viren, die Krankheit ist also auch nicht ansteckend. Es handelt sich hier vielmehr um einen Autoimmunprozess durch eine Störung des Immunsystems. Die Folge ist eine fortschreitende Zerstörung der Schilddrüse, wodurch ein Mangel an Schilddrüsenhormonen auftritt, weshalb es zu typischen Beschwerden bei den Patienten kommt.  Gleichzeitig leidet der Patient auch an den Folgen des Autoimmunprozesses.

Frauen erkranken häufiger als Männer. Aber auch Kinder können erkranken. Durch verschiedene Untersuchungen wurde festgestellt, dass zwischen 4-5% der Bevölkerung  an einer Hashimoto-Thyreoiditis leiden. Es ist also davon auszugehen, dass in Deutschland etwa 3-4 Mio. Menschen mit dieser Erkrankung leben.

Typischerweise lassen sich im Blut dieser Patienten Antikörper gegen Bestandteile der Schilddrüse nachweisen. Bei Kindern fehlen die Antikörper meist.

Wird die Schilddrüse mit Ultraschall untersucht, dann erscheint das Bild auf dem Schirm dunkler und fleckiger. Bei Kontrollen kann am eine Verringerung der Größe feststellen.

Die Krankheit ist nicht heilbar. Eine sorgfältige Hormontherapie mit Schilddrüsenhormonen beseitigt weitgehend die Beschwerden. Die Patienten müssen individuell behandelt werden und weitere Autoimmunerkrankungen müssen ausgeschlossen werden. Gleichzeitig wird auch versucht, die Überaktivität des Immunsystems zu senken.

Welche Beschwerden können auftreten?

Die Symptome der Hashimoto-Thyreoiditis sind sehr unterschiedlich. Während ein Teil der Patienten nur geringe Beschwerden hat, die durch den Ausgleich der Schilddrüsenhormone rasch behoben werden können, weist ein großer Teil verwirrende und für den einzelnen Patienten belastende Symptome auf. Da die Erkrankung oft langsam beginnt, werden die Beschwerden zunächst gar nicht wahrgenommen. Ganz selten stehen am Anfang die Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion im Vordergrund. Eine medikamentöse Behandlung der Überfunktion muss nur sehr selten vorgenommen werden. Typisch sind dagegen Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion. Auch ein Wechsel zwischen Über- und Unterfunktion kann vorkommen. Oft ist es nicht einfach, die Beschwerden richtig zu deuten, da auch Schwitzen, Herzklopfen und Schlafstörungen bei einer Schilddrüsenunterfunktion und z.B. Müdigkeit bei einer Überfunktion vorkommen können. Wichtig ist, dass bei älteren Menschen weniger Symptome auftreten als bei jüngeren und nicht alle aufgeführten Symptome auftreten müssen. Auch wenn am Anfang eine Überfunktion aufgetreten ist, kommt es im weiteren Verlauf schließlich doch zu einer Schilddrüsenunterfunktion.

Hier die Symptome der Schilddrüsenunterfunktion:

  • Müdigkeit und Erschöpfung
  • Konzentrationsstörung und Abnahme der Gedächtnisleistung
  • Niedriger Puls und Anstieg des Blutdrucks, Herzklopfen
  • Depression, Ängste und Panikattacken
  • Trockene, stumpfe Haare, die leicht ausgehen
  • Juckende Kopfhaut
  • Verdickte, gelbliche Haut mit Schwellungen, auch um die Augen
  • Verstopfung
  • Frieren, Kälte wird nur schlecht toleriert
  • Gewichtszunahme trotz normaler Ernährung
  • Zyklusstörung und Infertilität bei Frauen
  • Libidoverlust
  • Kribbeln und Einschlafen der Hände überwiegend in der Nacht
  • Schlechte Wundheilung und Tendenz zu blauen Flecken
  • Gelenk- und Muskelschmerzen
  • Verlangsamte Reaktionsfähigkeit, kein Antrieb
  • Anstieg des Gesamt-Cholesterins, bei Abfall des HDL-Cholesterins
  • Erhöhte Leberwerte

In der Phase der Schilddrüsenüberfunktion, auch bei Überdosierung der Schilddrüsenhormone, treten folgende Symptome auf:

Symptome der Schilddrüsenüberfunktion:

  • Unruhe, Reizbarkeit, Nervosität, verstärkte Sinneseindrücke
  • Herzklopfen, Herzrasen, Blutdruckerhöhung
  • Muskelschwäche, Muskelschmerzen wie bei Muskelkater
  • Zittern der Hände
  • Schlafstörungen
  • Schwitzen, feuchte und warme Haut
  • Heißhunger und starken Durst
  • Weicher Stuhl oder Durchfall
  • Zyklusstörung bei Frauen
  • Gewichtsabnahme, trotz verstärkter Kalorienzufuhr

Zusätzlich zu den Symptomen der gestörten Schilddrüsenfunktion können weitere Symptome auftreten, die durch die Störung des Immunsystems hervorgerufen werden:

  • Gelenk- und Muskelschmerzen mit Schwellungen
  • Schmerzen im Bereich der Schilddrüse und des Nackens
  • Kloßgefühl im Hals und Heiserkeit
  • Hautveränderungen, wie  Rosazea, Ekzeme, Pigmentstörung
  • Trockene Schleimhäute und wenig Tränenflüssigkeit („Sicca-Syndrom“)
  • Ohrgeräusche (Tinnitus) und Schwindel
  • Grippeähnliches Gefühl und Lymphknotenschwellungen
  • Störung der Blutneubildung mit Blutarmut
  • Verstärkte Infektanfälligkeit

Wie kommt es zur Schädigung der Schilddrüse?

Die genaue Ursache der Erkrankung ist bis heute nicht bekannt. Es handelt sich um ein komplexes Geschehen, bei dem genetische, immunologische, hormonelle und auch Umweltfaktoren eine Rolle spielen. Infektionen mit Viren oder Bakterien sind als Auslöser diskutiert worden. Möglicherweise wird durch Mikroorganismen das Immunsystem in besonderer Weise aktiviert und verändert. Auch jodhaltige Substanzen werden als Auslöser angesehen. Moderne Konzepte gehen aber davon aus, dass die Störung des Immunsystems durch „oxidativen Stress“ und die Entstehung  Freier Radikale verursacht wird. Dabei haben die vorhandenen anti-oxidativen Schutz-Mechanismen versagt.

Von Bedeutung ist, dass sich die Symptome von KPU und Hashimoto stark ähneln, so dass eine beginnende Schilddrüsenunterfunktion immer ausgeschlossen werden sollte.

 

 

 

 

 

KPU (Kryptopyrrolurie) und Medikamentenunverträglichkeiten

Menschen mit KPU reagieren oft nach der Einnahme von Medikamenten mit starken Nebenwirkungen. Der Patient empfindet sie entweder zu stark oder die Wirkung hält lange an. Viele Patienten haben sich daran gewöhnt, dass sie meist weniger als die Hälfte der empfohlenen Dosis einzunehmen brauchen, um die übliche Wirkung zu erreichen. Nehmen sie dagegen mehr ein, dann kommt es zu Nebenwirkungen.

Ein gutes Beispiel sind Narkosen. In der Regel leiden die Patienten, die viel länger brauchen, bis sie wieder wach werden an KPU. Sie haben auch viel häufiger Nebenwirkungen durch die Narkose z. B. mit nachfolgender Übelkeit oder Erbrechen.

Auch Antibiotika werden schlecht vertragen. Insbesondere bei der Gruppe der Gyrasehemmer (Chinolone) kommt es gehäuft zu Unverträglichkeiten, manchmal bereits schon nach der ersten Tablette.

Wie ist das zu erklären?

Es gibt verschiedene Ursachen:

  1. Die Entgiftungsenzyme der Zytochrom 450-Familie bestehen aus Häm-Bausteinen, deren Aufbau durch die Kryptopyrrolurie gestört ist. Dieser Vorgang wird als Phase 1 der Entgiftung bezeichnet. Sie machen Neutralisation, Oxidation, Reduktion oder Hydrolyse. Dabei fallen auch reaktive Substanzen an, die danach unschädlich gemacht werden müssen.
  2. Zwischenprodukte dieser Reaktionen werden mit kleineren Molekülen verbunden, um deren Wasserlöslichkeit zu erhöhen, damit eine Ausscheidung über die Nieren möglich ist. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten wie Methylierung, Sulfatierung usw. Einige der Entgiftungsenzyme benötigen Zink oder Mangan, damit sie ihre volle Wirkung entfalten können. Doch diese fehlen teilweise und somit sind die Abbauprozesse verlangsamt

Es ist also gut zu verstehen, warum Medikamente bei Menschen mit KPU stärker als üblich wirken. Wenn Patienten wissen, dass sie von der Stoffwechselstörung Kryptopyrrolurie betroffen sind, dann können sie dies ihren Ärzten mitteilen. Dadurch lassen sich Nebenwirkungen von Medikamenten verringern. Auch das trägt zu einer besseren Lebensqualität bei.

 

 

 

Entgiftung und Ausleitung bei KPU

Die 6. Auflage hat weitere Kapitel:

  • KPU: angeboren oder erworben?
  • Ausleitung von Schwermetallen?
  • Vitamin K2, der Partner des Vitamin D?
  • Fragen und Antworten. Alles über KPU in Kurzform für den raschen Überblick!

 

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In den letzten 50 Jahren haben sich unsere Umwelt- und Lebensbedingungen stark verändert. Die Zahl neuer Chemikalien ist mittlerweile unüberschaubar geworden. Täglich werden wir mit neuen chemischen Verbindungen aus der Nahrung, der Luft oder auch durch Hautkontakt konfrontiert. In unseren Lebensmitteln befinden sich mittlerweile eine Vielzahl von verschiedenen Chemikalien, Hormonen, Konservierungs- und Farbstoffen. Auch über unsere Haut gelangen zahlreiche Stoffe in unseren Organismus. Leider ist unser Körper nicht immer in der Lage diese Stoffe unschädlich zu machen. Unserem Körper fehlen noch die speziellen Werkzeuge dafür. Anpassungsvorgänge brauchen nämlich Zeit. Irgendwann ist ein Limit erreicht und die Kompensationsmechanismen sind überfordert. Danach entsteht Krankheit.

Das wichtigste Organ zur Entgiftung des Organismus stellt die Leber dar. Die Leber wiegt etwa 1,5kg und wird täglich von etwa 2000 Liter Blut durchströmt. Die Leistungsfähigkeit der Leber ist bemerkenswert. Sie sorgt dafür, dass Abfallstoffe schließlich über die Galle oder auch über die Niere ausgeschieden werden können. Über die Galle werden primär fettlösliche Stoffe und über die Niere wasserlösliche Verbindungen entsorgt. Bei der Niere spielt eine Rolle, dass immer genügend Flüssigkeit, also Wasser, zur Verfügung steht. Aber auch eine ausreichende Herzleistung ist Grundvoraussetzung für eine funktionierende Ausscheidung.

Insgesamt funktioniert die Entgiftung beim KPU-Patienten nur eingeschränkt. Ursache sind die Häm-Synthese-Störung und die fehlende Aktivierung der Enzyme durch den Zink- und Mangan-Mangel. KPU-Patienten sollen auch höhere Konzentrationen an Schwermetallen wie Aluminium, Quecksilber und Arsen aufweisen als die Durchschnittsbevölkerung.

Um die Entgiftung des Körpers zu verbessern, sind vielfältige Überlegungen angestellt und zahlreiche Vorschläge gemacht worden.

Die Geschichte kennt bereits viele Verfahren. Es sind: Schröpfen, Fasten, Aderlass, Blutegel, Wickel, Schwitzkuren, basische Bäder und Ausleitungen über den Darm oder den Urin. Teilweise gehen diese Behandlungen bis ins Altertum zurück. Auch im Mittelalter waren sie gebräuchlich. Die Reinigung des Körpers war wichtig. Die sogenannte „Viersäftelehre“ stand dabei im Mittelpunkt des Krankheitsverständnisses.

Mit dem zunehmenden Kenntnissen über die Physiologie des Körpers ab Beginn der Aufklärung traten diese Theorien zunehmend in den Hintergrund, da andere, wissenschaftlich nachweisbare Ursachen für Erkrankungen gefunden worden waren und damit auch erfolgreich behandelt werden konnten. Die alten Theorien blieben jedoch bis in die Neuzeit eine Grundlage der Alternativmedizin.

Ausgehend von diesen Überlegungen ist es aber inzwischen der modernen Medizin gelungen, Faktoren für eine verminderte Stoffwechselaktivität zu finden.

Die Verbindung zwischen KPU und der mangelnden Entgiftung des Körpers ist offensichtlich. An erster Stelle steht das Häm. Die Entgiftungsenzyme benötigen Häm. Doch das kann nicht in ausreichendem Maß hergestellt werden. Somit verlangsamt sich die Entgiftung. Stoffwechselprodukte und freie Radikale blockieren die Zelle und vermindern dadurch ihre Leistungsfähigkeit. Aber es geht noch weiter. Zink und Mangan fehlen, ebenso Vitamin B6. Zink fehlt zur Aktivierung vieler Enzyme. Dadurch kommt es zur Anhäufung von Abfallstoffen in der Zelle.

Bis in unsere Zeit hinein wurden Versuche unternommen, die Ausscheidung von Chemikalien zu beschleunigen. Es waren die sog. „Chelatbildner“, die eingesetzt wurden. Sie hießen DMSA, DMPS und andere. Sie hatten leider den Nachteil, dass auch lebensnotwendige Metalle mitentfernt wurden und der Körper dadurch weiter geschwächt wurde. Insbesondere der bereits bestehende Zinkmangel wird dadurch weiter verstärkt.

Glücklicherweise wurden diese Zusammenhänge inzwischen erkannt, Wir brauchen diese drastisch wirkenden Substanzen nicht mehr. Natürliche Substanzen funktionieren genauso gut, auch wenn es etwas länger dauert, bis eine Wirkung eintritt.

An erster Stelle stehen die Zeolithe. Das sind kristalline Silikate, die in verschiedenen Formen auf der ganzen Welt vorkommen. Es handelt sich um Vulkangesteine. Charakteristisch ist ihre Gitterstruktur, wodurch Metalle aufgenommen werden können. Aber auch Flüssigkeiten, meist Wasser, befindet sich darin. Durch Erwärmen kann das Wasser wieder entfernt werden, ohne dass dabei die Gitterstruktur zerstört wird. Zeoilithe werden manchmal auch als Molekularsiebe bezeichnet. Auch radioaktive Stoffe können gebunden werden, weshalb Zeolithe bei der Reaktorkatastrophe in Fukushima eingesetzt wurden. Auch übelriechende Gase können gebunden werden. Zeolithe gelangen nach der Einnahme nicht in den menschlichen Körper. Sie werden wieder vollständig ausgeschieden. Auch die Aluminiumionen in den Silikaten können nicht aufgenommen werden. Die täglich empfohlene Menge beträgt 1-2x3g in lauwarmem Wasser, das langsam getrunken wird. Wichtig ist, dass das Pulver nicht mit einem Metalllöffel in Berührung kommt. Das Metall „verstopft“ die Poren und macht das Zeolith wirkungslos.

Naturheilkundler bevorzugen zum Ausleiten oft Pflanzenstoffe. Ganz im Vordergrund steht die Süßwasseralge Chlorella. Dagegen ist Spirulina, eine Salzwasseralge, dafür nicht geeignet. Chlorella arbeitet wie ein Schwamm und bindet Schwermetalle und Umweltgifte. Bevorzugt wird das Bindegewebe durch Chlorella gereinigt. Dies stellt den ersten Schritt dar. Immer müssen zuerst die Schwermetalle das Bindegewebe verlassen haben, damit in einem zweiten Schritt andere Gewebe von Schwermetallen befreit werden können. Das Bindegewebe ist sozusagen der Puffer. Als Ergänzung zu Chlorella kann auch Bärlauch benutzt werden. Bärlauch enthält Schwefel, woran sich Schwermetalle binden können. Die Ausscheidung der Schwermetalle erfolgt schließlich über den Darm.

In einem zweiten Schritt wird zusätzlich Koriander eingesetzt. Koriander ist in der Lage Schwermetall aus spezifischen Geweben freizusetzen, die dann in das Bindegewebe transportiert werden, von wo sie schließlich durch Chlorella aus dem Körper entfernt werden. Koriander kann Schwermetalle freisetzen, aber nicht binden. Die Schwermetalle stammen vorwiegend aus dem Nervengewebe (auch dem Gehirn) und den Knochen. Die Wirkung von Koriander wird durch Vitamin C und andere Antioxidantien abgeschwächt, weshalb sie nur zeitlich versetzt eigenommen werden dürfen. Koriander wird zunächst in geringer Dosis (1 bis 3 Tropfen) eingesetzt und später gesteigert. Treten Schwindel, Kopfschmerzen oder Übelkeit auf, muss die Dosis wieder reduziert werden. Wer 10 Tropfen als Einmaldosis verträgt, hat das meiste Quecksilber und die anderen Schwermetalle aus seinem Körper entfernt. Allgemein sollte bei dieser Therapie die Trinkmenge hoch sein.

Es gibt auch ergänzende Maßnahmen. Sauna und Sport sind gut geeignet, über die Haut Giftstoffe loszuwerden. Dabei spielt die regelmäßige Anwendung eine wichtige Rolle.

Gitterstruktur des Zeolith

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Pulver aus Chlorella-Algen

 

 

Koriander-Blätter

 

Bärlauch

 

 

 

 

 

KPU und die Haut, Fingernägel und Haare

Der chronische Vitalstoffmangel hat Auswirkungen auf Haut, Fingernägel und Haare. Die Haut ist blass, zumindest im Gesicht, manchmal mit gelblichem Unterton. Sie wird dort auch nicht braun, auch wenn andere Körperregionen etwas „Farbe“ annehmen.

Die Haut ist trocken und rauh, manchmal auch rissig und muss täglich gut eingecremt werden. Sie juckt auch, kann an manchen Stellen auch gerötet sein und es besteht der Verdacht auf Allergien.

Die Patienten leiden an Haarausfall durch den Zinkmangel. Besonders die Frauen. Vielleicht reagieren sie auch besonders stark darauf. Männer sind bei den Kopfhaaren gelassener. Sie leiden früher oder später sowieso an Haarausfall.

An den Fingernägeln sieht man Rillen in Längs- und Querrichtung und weiße Flecken. Auch hier ist die Ursache der Zinkmangel.

Die Wundheilung ist verlangsamt, und die Wunden nässen länger. Das macht Probleme bei Verbänden, weil das Verbandsmaterial immer mit der Wunde verklebt ist. Deswegen müssen spezielle Wundauflagen benutzt werden.

Besonders auffällig sind sowohl bei Frauen als auch bei Männern die Dehnungsstreifen (Striae cutis distensae) am Gesäß, Bauch, Oberarme, an den Hüften und Brüsten. Sie sind anfangs rötlich durch das durchschimmernde Subkutangewebe und blassen dann ab. Das Bindegewebe ist nicht belastbar und reißt ein. Hier ist auch der Zinkmangel die Ursache.

Hier sind einige Beispiele:

1. Striae cutis distensae am rechten Oberarm

 

2. Rillennägel und Weißflecke

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KPU (Kryptopyrrolurie) und der Zuckerstoffwechsel

KPU kann zu einer Überforderung der Nebennieren führen. Dadurch sinkt der Cortisolspiegel langsam ab. Cortisol ist das wichtigste Hormon der Nebennierenrinde.

Welche Konsequenzen sind dadurch zu erwarten? 

Es kommt zu einem Absinken des Blutzuckerspiegels!

Es gibt eine enge Beziehung zwischen der Funktion der Nebennierenrinde und dem Blutzucker. Wer ständig niedrige Blutzuckerspiegel aufweist, dessen Cortisolwerte liegen meist niedrig. Das Verlangen, Zucker zu konsumieren ist stark.

Warum ist das so?

Der Cortisolmangel führt dazu, dass es länger dauert, bis der gespeicherte Zucker in der Leber, also aus Glykogen freigesetzt wird und als Glucose zur Verfügung steht. Auch die Umwandlung von Fett, Eiweiß und anderen Kohlenhydraten in Glucose ist verzögert. Dies alles führt dazu, dass es schließlich für den Körper zum Problem wird, den Blutzuckerspiegel im Normbereich zu halten, insbesondere wenn noch Stress hinzukommt. Unter Stress steigt auch der Insulinspiegel an und der Energiebedarf der Zellen nimmt zu. Insulin bewirkt den Einstrom von Glucose in die Zellen. Somit fällt der Blutzuckerspiegel weiter ab, wenn das Cortisol fehlt. Manchmal geschieht das innerhalb kurzer Zeit. Die Folgen sind schwerwiegend. An Flucht oder Kampf ist nicht mehr zu denken.

In unserer modernen Welt sieht diese Situation natürlich ganz anders aus. Man isst etwas Süßes und trinkt eine Cola. Dies kann als „Notfallmaßnahme“ bezeichnet werden. Für etwa eine Stunde liegen nun die Blutzuckerwerte wieder im Normbereich. Leider führt die rasche Insulinantwort wieder zum Ursprung des Problems zurück. Viele Menschen handeln so Tag für Tag, ohne zu erkennen, dass die ständigen Blutzuckerschwankungen für den Körper wieder einen neuen Stressfaktor darstellen.

Unterzuckerung ist für unseren Körper ein starker Stressfaktor. Ein Hilferuf an die Nebenniere. Es ist eine Achterbahnfahrt. Blutzucker rauf, Blutzucker runter.  Es ist wie Bremsen und Gas geben gleichzeitig. Die kritischen Zeiten sind 10:00 morgens und die Zeit zwischen 14:00 und 16:00 am Nachmittag.

Fatal ist, dass durch dieses Verhalten eine Gewichtszunahme resultiert. Dies kann dazu führen, dass im Lauf des Lebens dann sogar eine diabetische Stoffwechsellage auftritt. Und in der Tat. Zahlreiche Menschen mit Nebennierenunterfunktion entwickeln im Lauf ihres Lebens einen Diabetes mellitus.

Das Gehirn braucht Glucose, damit es richtig funktioniert. Ganz besonders viel in Stress-Situationen. Die meisten Symptome, die durch die Nebennierenunterfunktion entstehen, kommen durch den Glucosemangel des Gehirns zustande.

Bei Patienten mit KPU ist eine Stressreduktion wichtig, damit sich die Nebennieren wieder erholen können, um mehr Cortisol zu produzieren, das schließlich den Blutzucker stabilisiert. Auch die Substitutionstherapie mit Vitamin B6, Zink und Mangan hilft dabei.

 

KPU (Kryptopyrrolurie) und das Immunsystem

Eine Besonderheit der Kryptopyrrolurie ist die Immunschwäche. Ursachen sind der Zinkmangel und das fehlende Immunglobulin A. Möglicherweise gibt es aber auch noch andere Ursachen. Das fehlende Vitamin B6 schränkt die Bildung von Lymphozyten ein. Sie sind eine Untergruppe der weißen Blutkörperchen und typische Abwehrzellen gegen Erreger, die in den Körper eingedrungen sind.

Aber auch Botenstoffe des Immunsystems brauchen Vitamin B6.

Interleukin 2 (Il-2) , ein entzündungsfördernder Botenstoff, ist betroffen. Dieser Botenstoff gibt ein Signal an die T-Helferzelle (eine Untergruppe der Lymphozyten) und sie beginnt sich daraufhin zu teilen. Interleukin 2 gehört zu den Lymphozyten-Wachstumsfaktoren. Aber das ist noch nicht alles. Interleukin 2 regt die Bildung von Interleukin 4 (ll-4) und Interleukin 5 (Il-5) an. Beide sind entzündungshemmend. Aber  auch B-Lymphozyten vermehren sich durch Interleukin 2. Ein Mangel an Vitamin B6 wirkt sich somit auf das zelluläre als auch auf das antikörpergesteuerte Immunsystem aus.

Im Kindesalter fallen die vielen grippalen Infekte auf. Es sind: Nasennebenhöhlenentzündungen, Rachenentzündungen, Mittelohr-entzündungen, Bronchitis oder Lungenentzündungen. Später kommen Blasenentzündungen hinzu. Insektenstiche infizieren sich leicht.

KPU (Kryptopyrrolurie) und die Psyche

Der amerikanische Arzt Carl C. Pfeiffer vom Princeton Brain Bio Center ging schon Ende der 60er-Jahre des letzten Jahrhunderts der Frage nach, ob nicht die Ursache von bestimmten psychischen Störungen in einem gestörten Stoffwechsel liegen könnte. Eine gesunde Gehirnfunktion ist schließlich auf eine ausgewogene Stoffwechselaktivität angewiesen. In den darauf folgenden Jahrzehnten an Forschung verdichteten sich immer mehr die Erkenntnisse, dass in der Tat verschiedene Mangelerscheinungen an Vitaminen und Mineralien zu psychischen Störungen führen können. Leider wurden diese Erkenntnisse nicht in die medizinische Behandlungsstrategien übernommen.

C. Pfeiffer war der wichtigste Vertreter der Pyrrol-Hypothese. Er entwarf ein biochemisches Modell, wonach Pyrrole eine Bindung mit Vitamin B6 eingehen und zusätzlich Zink binden. Nach dieser Vorstellung zeigen Pyrrole im Urin nicht nur eine Erkrankung des Häm-Stoffwechsels an, sondern sind auch ein Hinweis für einen Zink- und Vitamin B6-Mangel der Betroffenen.

In den 60er-Jahren des letzten Jahrhunderts wurde deshalb intensiv nach weiteren möglichen biochemischen Markern für psychische Erkrankungen geforscht. 1961 fanden Irvine und Mitarbeiter, dass Kryptopyrrol mit Psychosen assoziiert sei. 1963 schlugen Hoffer und Mitarbeiter vor, dass Personen, die Kryptopyrrol ausscheiden, an einer psychischen Krankheit leiden. Assoziationen zwischen Kryptopyrrol und psychiatrischen Erkrankungen, besonders Schizophrenien, wurden von verschiedenen Autoren beschrieben. Nach Auffassung von Irvine und Mitarbeiter war Kryptopyrrol bei 30–60 % der psychiatrischen Patienten nachweisbar.

Und in der Tat können auch heute Menschen mit Kryptopyrrolurie psychische Auffälligkeiten aufweisen. Wie Depressionen, Ängste oder Panikattacken.

Carl C. Pfeiffer beschrieb den Menschen mit KPU an 2 Beispielen. Für ihn sind Emily Dickinson, die Dichterin, und Charles Darwin, der Entdecker und Philosoph typische Beispiele für Menschen, die an Kryptopyrrolurie litten. Beide zeichnen sich durch große Originalität aus und litten an typischen körperlichen und psychischen Symptomen von Kryptopyrrolurie. Beide entschlossen sich etwa im Alter von 30 Jahren für ein freiwilliges Exil, um Belastungen von außen zu vermeiden. Jede Veränderung im Alltag führte zu einer Verstärkung der körperlichen Symptome wie Zittern, Herzrasen, Schlaflosigkeit, Übelkeit oder Erbrechen. Nur durch den Rückzug vom Leben war es ihnen möglich weiterhin schriftstellerisch tätig zu sein. Pfeiffer fand, dass seine originellsten psychiatrischen Patienten an Kryptopyrrolurie litten. Seine Patienten mit Kryptopyrrolurie litten an folgenden Störungen: Lernschwierigkeiten, geistige Retardierung (Entwicklungs-Verzögerung), Autismus, verzögerte Pubertät, Halluzinationen, Depression und Kriminalität. Auslöser waren erste Liebesbeziehungen, Verlassen des Elternhauses, das Leben im Studentenwohnheim oder der Wehrdienst. Pfeiffer berichtet weiter, dass bei stationär behandelten Schizophrenie-Patienten bei 30% eine Kryptopyrrolurie gefunden wurde.

Schwere psychische Erkrankungen treten heute selten auf. Die körperlichen Symptome überwiegen bei weitem. Kryptopyrrolurie gilt heute nicht als psychische Erkrankung. Kryptopyrrolurie wird heute nicht als Erkrankung angesehen, sondern als eine Stoffwechselstörung.

Trotzdem fallen neuropsychologische Besonderheiten auf. Die Traumerinnerung stand bei C. C. Pfeiffer ganz im Vordergrund. Die Therapie wurde solange gesteigert, insbesondere mit Vitamin B6, bis die Patienten sich wieder an ihre Träume erinnern konnten. Dafür verantwortlich ist das schlechte Kurzzeitgedächtnis dieser Menschen. Dieses schlechte Kurzzeitgedächtnis kann den Umgang mit diesen Menschen ziemlich anstrengend machen. Im Gespräch wiederholen sie bereits früher gesagtes erneut, weil sie es bereits wieder vergessen haben. Eine Patientin berichtet völlig entsetzt, dass sie auf einem Fest die Gäste erneut begrüßt habe, weil sie nicht mehr wusste, ob sie es bereits getan hatte.

Eine vermehrte Ängstlichkeit ist durchaus zu spüren. Auch Stimmungsschwankungen, Migräne oder rasche Erschöpfung. Aber sie sind überdurchschnittlich kreativ und originell. Und oft findet man eine Sammlerleidenschaft bei ihnen. Es sind Künstler, Schriftsteller und Wissenschaftler. Sie erhöhen die Vielseitigkeit unserer Welt.

 

 

 

 

KPU (Kryptopyrrolurie) und Hormone, Fruchtbarkeit und Periode

Mehr Frauen leiden an KPU als Männer. Und viele dieser Frauen haben eine unregelmäßige Periode, die dann auch noch schmerzhaft ist. Aber es bestehen nicht nur Menstruationsbeschwerden, auch die Fruchtbarkeit ist herabgesetzt und es gibt Schwangerschaftsprobleme. Eine große Rolle spielt der Progesteron-Mangel. Dieses Hormon wird normalerweise in der 2. Zyklushälfte nach dem Eisprung gebildet. Bei Frauen mit Kryptopyrrolurie sind die Progesteronspiegel niedriger als bei Frauen ohne diese Stoffwechselstörung. Dadurch wirkt das andere weibliche Hormon Östradiol stärker und alle unerwünschten Nebenwirkungen können dadurch auftreten. Brustspannen, Wassereinlagerungen und Stimmungsschwankungen stehen im Vordergrund. Alle diese Probleme gehen auf den Mangel an Zink und Vitamin B6 zurück. Der Aufbau von Progesteron aus dem Ausgangsstoff Cholesterin erfordert diese Vitalstoffe. Auch die Antibabypille wird schlecht vertragen, denn diese verstärkt den Zink- und Vitamin B-Mangel. An den Eierstöcken findet man im Ultraschall Bläschen, die vermehrt männliche Hormone produzieren. Tritt eine Schwangerschaft ein, dann überwiegen die Mädchen. Sie sind einfach robuster als die Jungs und kommen auch unter den erschwerten Bedingungen klar.

Hier ist der Zyklus für diese beiden Hormone dargestellt:

Der höchste Progesteron-Wert wird am 21. Tag gemessen.

 

Ist KPU (Kryptopyrrolurie) eine Krankheit?

Bei Kryptopyrrolurie (KPU) handelt es sich um eine – von der Medizin bisher ignorierte – Stoffwechselstörung. Sie kann angeboren, aber auch im späteren Leben erworben sein. KPU führt zu einem übermäßigen Vitalstoffverlust und infolgedessen zu den entsprechenden Mangelerscheinungen sowie langfristig zu chronischen Erkrankungen. Behebt man nun die KPU, dann bessern sich sehr oft auch die Symptome der vorhandenen Krankheiten. Der Test auf KPU sollte daher bei jeder chronischen und unklaren Krankheit durchgeführt werden.

Kryptopyrrolurie (KPU) betrifft sehr viele Menschen. Man schätzt  etwa 10 Prozent der Bevölkerung, wobei statistisch Frauen sehr viel häufiger an KPU leiden als Männer.

KPU ist seit den 1960er Jahre bekannt, wurde aber bisher von der Medizin bis heute nicht wahrgenommen. Dabei könnte so manche Krankheit verhindert, gebessert oder geheilt werden, wenn man einfach die KPU beheben würde.

Was aber bedeutet der schwer aussprechbare Begriff Kryptopyrrolurie überhaupt?

Krypto bedeutet „versteckt“ oder „nicht sichtbar“.

Bei Pyrrolen handelt es sich um Stoffwechselabbauprodukte des Häms, eines körpereigenen Stoffes. Häm ist einerseits Bestandteil des Hämoglobins (des roten Blutfarbstoffes), andererseits findet man das Häm auch als Komponente der Entgiftungsenzyme in der Leber.

Urie bedeutet, dass etwas mit dem Urin ausgeschieden wird.

Übersetzt heißt Kryptopyrrolurie also, dass nicht sichtbare Pyrrole mit dem Urin ausgeschieden werden.

Damit das klar ist:

Pyrrole scheidet jeder Mensch aus. Menschen mit KPU aber scheiden besonders viele Pyrrole aus. Das Problem nun ist, dass die Pyrrole, wenn sie mit dem Urin ausgeschieden werden, nicht allein den Körper verlassen, sondern zuvor noch bestimmte lebenswichtige Vitalstoffe an sich binden und diese mit sich fortnehmen.

Dies geschieht besonders dann, wenn der Betroffene Stresssituationen ausgesetzt ist. Je mehr Stress der Mensch hat, umso mehr Pyrrole und umso mehr Vitalstoffe scheidet er aus und umso gravierender die gesundheitlichen Folgen der KPU.

Bei den Vitalstoffen, die gemeinsam mit den Pyrrolen den Körper verlassen, handelt es sich hauptsächlich um Vitamin B6, Zink und Mangan. Folglich kommt es bei KPU zu vielen Symptomen, die auf einen massiven Vitalstoffmangel zurückzuführen sind.

Kryptopyrrolurie ist also zunächst eine Stoffwechselstörung und keine Krankheit. Es gibt also auch keine ICD-Klassifikation der WHO (Weltgesundheitsorganisation). Aber man sollte sie nicht unterschätzen, denn manche Menschen leiden sehr darunter. Denkt der Therapeut dabei nicht an KPU, wird der Patient niemals von seinen Leiden befreit werden.

 

KPU (Kryptopyrrolurie) und Vitamin K2, der Partner des Vitamin D

Die 6. Auflage hat weitere Kapitel:

  • KPU: angeboren oder erworben?
  • Ausleitung von Schwermetallen?
  • Vitamin K2, der Partner des Vitamin D?
  • Fragen und Antworten. Alles über KPU in Kurzform für den raschen Überblick!

 

KPU (Kryptopyrrolurie) und Vitamin K2, der Partner des Vitamin D

Calcium beugt Osteoporose vor, erzeugt aber dafür Herzinfarkte. Das konnte eindeutig bei Langzeitstudien nachgewiesen werden. Calcium verhärtet Gefäße. Was sind die Ursachen? Ist es also gefährlich, Vitamin D zu substituieren? Vitamin D erhöht ja den Calciumspiegel.

Vitamin D ist eine Substanz, die eine gesundheitsfördernde Wirkung auf unsere Knochen hat. Menschen mit KPU haben besonders niedere Vitamin D-Spiegel. Deshalb wurde ihnen geraten, Vitamin D einzunehmen. Bei Kindern und jungen Erwachsenen spielt die Knochengesundheit sicherlich noch eine geringe Rolle. Aber wie ist es bei den Älteren?

Die Forschung hat jetzt das Vitamin K2 entdeckt. Überraschend war, dass es verschiedene K-Vitamine gibt, die unterschiedliche Aufgaben haben. Im Zusammenhang mit Vitamin D ist Vitamin K2 von Interesse. Es ist der Partner des Vitamin D. Immer, wenn es fehlt gibt es bei der Vitamin D-Gabe Probleme. Und es fehlt in Mitteleuropa immer. Angeregt von verschiedenen Veröffentlichungen haben wir selbst Vitamin K2 in der Praxis bei mehreren Patienten gemessen. Alle hatten tatsächlich auch den Mangel! Wenn Vitamin K2 fehlt, dann verstärkt Vitamin D die Arterienverkalkung. Vitamin D holt das Calcium aus dem Darm und das ist gut so. Aber wohin kommt dann das viele Calcium? Es gelangt nicht nur in die Knochen, sondern bleibt auch in den Gefäßen hängen. Vitamin K2 aktiviert das Osteocalcin und das transportiert schließlich das Calcium in die Knochen und in die Zähne. Vitamin K2 ist der stärkste heute bekannte Hemmer der Gewebeverkalkung.

Menschen mit KPU leiden häufig an Karies. Die Ursache dafür war bisher unbekannt. Eng stehende Schneidezähne sind außerdem oft aufgefallen. Irgendwie war der Kiefer zu  klein geraten. Wenn die Kinder Zahnspangen bekamen, dann wurde oft überlegt, ob Zähne gezogen werden müssten, weil der Platz für alle Zähne nicht ausreichte. Es ist interessant, dass Vitamin K2 von einem Zahnarzt entdeckt wurde. Ihm waren diese Besonderheiten nämlich auch aufgefallen. Menschen, die in ihrem ganzen Leben niemals irgendeine Zahnhygiene durchgeführt hatten, besaßen ein hervorragendes Gebiss. Andere hatten ständig Karies. Wie war dies zu erklären?

Dieser Zahnarzt ist in der ganzen Welt herumgefahren, um dieses Rätsel zu lösen. Er fand, dass je isolierter die Menschen von der modernen Gesellschaft waren, desto besser war ihre Zahngesundheit. Sie hatten ihre traditionelle Ernährung beibehalten. Erst die moderne Ernährung veränderte das Bild. Zuerst kam der Karies und die Erkrankung des Zahnfleisches. Wir alle wissen, dass die Zahngesundheit und Herzerkrankungen zusammenhängen. Aber er fand noch andere erstaunliche Dinge. Kinder, die noch traditionell ernährt wurden, hatten breite Kiefer mit ausreichend Platz für die Zähne. Erst die moderne Ernährung verengte die Zahnreihe. Auch die Symmetrie des Gesichtes stimmte nicht mehr. Die Kiefer hatten nicht mehr die Breite der Stirn, denn so war es bisher gewesen. Das untere Gesichtsdrittel ist also in seiner Entwicklung stecken geblieben.

Das Ergebnis vieler Untersuchungen der Nahrungsbestandteile traditioneller Ernährungsweisen in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts ergab, dass diese Nahrung ein Vielfaches an fettlöslichen Vitaminen aufwies gegenüber der modernen Ernährung. Man isolierte aus der Nahrung einen fettlöslichen Faktor, der erst 2007 als Vitamin K2 erkannt wurde.

Im Laufe der Zeit wurden weitere positive Wirkungen von Vitamin K2 entdeckt. Die Zähne sind nur ein Symptom, das eben leicht für alle erkennbar ist. In Wirklichkeit ist der gesamte Körper vom Vitamin K2-Mangel betroffen.

Wenn es ein Vitamin K2 gibt, dann sollte auch ein Vitamin K1 bekannt sein. Genauso ist es! Aber damit sind wir mit unserer modernen Ernährung durch Gemüse und Salate gut versorgt, es gibt also keine Defizite. Vitamin K1 ist ein wichtiger Faktor für die Blutgerinnung und die funktioniert bei allen Menschen zuverlässig. Wenn nicht, dann sind andere Ursachen dafür verantwortlich. Die Umwandlung von Vitamin K1 in K2 funktioniert bei uns Menschen nicht, im Gegensatz zu vielen Tieren, insbesondere den Wiederkäuern. Vitamin K2 kann im Körper auch nur in geringem Maß gespeichert werden.

Ein wesentlicher Faktor für den fortschreitenden Mangel unserer Ernährung an Vitamin K2 ist die veränderte Tierhaltung. Es fehlt das Grünfutter. In der industrialisierten Landwirtschaft sind die Tiere in den Ställen und werden mit Getreide gefüttert, das nur geringe Mengen an Vitamin K1 enthält und somit entsteht auch weniger Vitamin K2.

Das Nahrungsmittel mit dem höchsten Gehalt an Vitamin K2 ist Natto. Das sind fermentierte Sojabohnen aus Japan. Das Essen ist wegen seines Geschmacks etwas gewöhnungsbedürftig. In Europa ist Natto schwer zu bekommen. Aber viele Vitamin K2-Kapseln werden aus Natto gewonnen. Ähnlich wie Blauschimmelkäse schmeckt es. Es ist auch für Veganer geeignet. Schon lange essen Japaner Natto und  es gibt erstaunliche Geschichten zu Natto und den Samurai, den japanischen Kriegern. Dies würden aber den Rahmen dieser Darstellung sprengen. Es sind Bakterien, die das Natto erzeugen. Dort, wo Natto häufig gegessen wird, gibt es eindeutig weniger Frakturen.

Wieviel Vitamin K2 brauchen wir?

Vitamin K2 hat keine bekannte Toxizität. Eigentlich gibt es ja zwei Arten von Vitamin K2. Tierisches und pflanzliches (bakterielles). Sie haben verschiedene Namen. MK-4 ist das tierische und MK-7 das bakterielle. MK-7 ist leichter zu bekommen, denn MK-4 ist sehr teuer und MK-4 hat nur eine kurze Halbwertszeit. Besser ist also MK-7! Die Produkte werden aus Natto hergestellt. Sie müssen nur einmal am Tag eingenommen werden. In der Regel reichen 200µg Vitamin K2 täglich. Die Einnahme wird zum Essen empfohlen. Wer gleichzeitig Marcumar zur Blutverdünnung einnimmt, muss seine Blutwerte öfter kontrollieren lassen, oder auf die neuen blutverdünnenden Medikamente umsetzen.

Wir wissen inzwischen, wie wichtig Vitamin D für unsere Gesundheit ist. Vor allem wegen der Gefahr einer Osteoporose wird es vielen Nahrungsmitteln zugesetzt. Von den Multivitaminpräparaten über Orangensaft bis zu den Nudeln. Leider nimmt die Zahl der Herzinfarkte damit zu, weil sich das Kalzium auch in den Blutgefäßen ansammelt, anstatt unsere Knochen aufzubauen. Die Lösung dieses Problems besteht aber nicht darin, einfach wieder auf Vitamin D zu verzichten, sondern den Partner des Vitamin D, nämlich Vitamin K2, mit einzubeziehen.

Hier ist eine Zusammenfassung des derzeitigen Wissens über Vitamin K2:

Körperbereich Wirkung von Vitamin K2
Altern allgemein Verlangsamung des Alterungsprozesses
Koronare Herzkrankheit Hemmung der Gefäßverkalkung
Osteoporose Abnahme der Osteoporose
Demenz Verzögerung der Demenz
Faltenbildung Verzögerung der Faltenbildung
Diabetes mellitus Abnahme der Insulinresistenz
Arthritis Verzögerung von Gelenkschäden
Gehirn Verhinderung von Schäden
Krebs Abnahme von Lungen- und Prostata-Krebs
Niere Abnahme von Dialysen
Schwangerschaft Verbesserung der Spermienqualität
Zähne Abnahme von Karies

Das ist die Strukturformel von Vitamin K2:

Struktur von Menachinon