KPU und die sprachlichen Fähigkeiten

Menschen mit KPU verfügen über gut entwickelte Sprachfähigkeiten. Sie sind wortgewandt. Eine Unterhaltung mit ihnen ist inspirierend. Nach einer bestimmten Zeit passiert es aber, dass sie nachfragen. Sie wiederholen Fragen. Bereits Besprochenes wird erneut abgefragt. Dinge werden wiederholt. Das macht zunächst nichts aus. Warum auch? Es kann aber passieren, dass man sich darüber wundert, denn erst vor kurzer Zeit wurde das Thema ja ausführlich besprochen. Dann merkt man aber, dass vieles inzwischen wieder vergessen wurde und deshalb erneut Fragen gestellt werden.

Das Kurzzeitgedächtnis ist schlecht. Schon nach kurzer Zeit wird Vieles vergessen. Es folgt die Rückversicherung. Durch die Wiederholung soll das Besprochene abgespeichert werden. Das kann dann anstrengend sein. Es ermüdet dann irgendwann.

Advertisements

KPU und das Schriftbild

Dies ist die Schrift eine Menschen mit KPU (Kryptopyrrolurie):

Das sind keine schriftlichen Notizen sondern es ist eine Klassenarbeit. Das Mädchen ist 14 Jahre alt und leidet an der Stoffwechselstörung KPU. Ratlosigkeit besteht bei den Eltern über die Entwicklung des Schriftbildes der Tochter in den letzten Monaten. Die Lehrerin ist empört und sieht darin eine pubertäre Entgleisung bei der Schülerin. Sie droht mit Konsequenzen, wenn sich keine Besserung der Schriftqualität einstellen sollte.

Das Schriftbild ist ganz typisch für die Störung der Gedächtnisleistung bei Kryptopyrrolurie. Das Ultrakurzzeitgedächtnis ist gestört. Also muss der Gedanke beim Schreiben möglichst rasch zu Papier gebracht werden ohne Rücksicht auf die Qualität der Schrift, weil er sonst wieder vergessen wird. Bei einer Klassenarbeit reicht dann die Zeit nicht mehr aus, eine Reinschrift vorzulegen. Um die Gedanken nicht wieder zu verlieren, werden sie trotzdem aufgeschrieben, auch wenn sie später nicht mehr gebraucht werden. Worte oder Sätze werden dann halt wieder weg gestrichen.

Die Größe der Buchstaben ist sehr unterschiedlich ausgeprägt, die Abstände der Worte zu einander unregelmäßig. Man erkennt den Gedankenfluss und wie er wieder ins Stocken gerät. Vieles muss von der Verfasserin wieder korrigiert werden, weil sie Fehler erkennt. Die Korrektur findet nicht bereits bei der Entstehung im Gehirn statt, sondern erst später auf dem Papier. Das ist natürlich sehr umständlich und zeitraubend. Diese Zeit fehlt später, gerade bei einer Klassenarbeit. Bei diesen Menschen sind deshalb die Erfolgsaussichten geringer. Die schulischen Leistungen können deshalb nicht besonders gut sein, höchstens mittelmäßig und verbunden mit großen Anstrengungen und erhöhtem Zeitaufwand. Alles ist umständlicher.

Die Schrift weist keine charakteristischen Merkmale auf. Sie ist austauschbar und beliebig. Der Zeitdruck ist dafür verantwortlich.

Wahrscheinlich gibt es auch inhaltliche Besonderheiten, auf die nicht weiter eingegangen werden kann.

Wichtig erscheint mir, dass Lehrer erkennen müssen, dass es sich bei dieser Schülerin nicht um eine Entwicklung im Rahmen der Pubertät handelt, sondern dass eine Störung des Stoffwechsels vorliegt, die behandelt werden muss. Die Schülerin ist gar nicht in der Lage, von sich aus ein besseres Schriftbild zu entwickeln. Wenn sie stärker darauf achten würde, ginge es auf Kosten des Inhaltes, weil der Gedankenfluss dadurch ständig unterbrochen würde.

 

KPU (Kryptopyrrolurie) und die Störung im Histamin-Stoffwechsel

KPU verändert den Histamin-Spiegel im Körper!

Was kann passieren?

Histamin entsteht im Körper aus der Aminosäure Histidin. Sie muss mit der Nahrung aufgenommen werden, denn der Körper kann sie selbst nicht herstellen. Histamin wird im Körper auch wieder abgebaut. Dafür gibt es sogar 2 Wege. Im Darm wirkt die Diaminoxidase (DAO) und in der Leber  gibt es einen weitere Abbaumöglichkeit.

Histamin kommt in vielen Geweben vor. Die höchste Konzentration findet man in der Lunge.

Welche Aufgaben hat Histamin?

  • Histamin löst allergische Reaktionen aus. Dabei handelt es sich um Reaktionen vom Soforttyp (IgE-vermittelt) aus auch um Reaktionen vom verzögerten Typ (IgG-vermittelt).
  • Histamin verbessert die lokale Durchblutung, indem Kapillaren erweitert werden.
  • Histamin verstärkt die Durchlässigkeit der Gefäßwände für Flüssigkeiten aller Art.
  • Histamin senkt den Blutdruck und erhöht die Pulsfrequenz.
  • Histamin steigert die Magensaftsekretion und erhöht die Säureproduktion im Magen.
  • Histamin verstärkt die Muskelkontraktionen im Darm.
  • Histamin verengt die Bronchien.
  • Histamin führt zu Kontraktionen der Gebärmutter.
  • Histamin lässt Schleimhäute anschwellen.
  • Histamin ist ein Botenstoff (Neurotransmitter) im Gehirn.
  • Histamin beeinflusst die Schmerzempfindung.

Etwa die Hälfte der Patienten mit KPU hat erniedrigte Histamin-Spiegel im Blut und nur ein geringer Teil (etwa 10%) hat erhöhte Histamin-Werte. Fast die Hälfte aller KPU-Patienten hat normale Histamin-Werte. Je älter die Patienten sind, desto niedriger ist der Histamin-Spiegel. Der Histamin-Spiegel nimmt also im Laufe des Lebens ab.

Wie lassen sich diese Zusammenhänge erklären?

Durch den Verlust von Zink durch die Ausscheidung im Urin führt langfristig zu einem erhöhten Kupferspiegel. Kupfer ist der natürliche Gegenspieler von Zink. Das erhöhte Kupfer aktiviert die Diaminoxidase (DAO) im Dünndarm, wodurch das Histamin schneller abgebaut wird. Dadurch fällt das Histamin ab. C.C. Pfeiffer kannte dieses Problem. Diese Patienten hatten auch psychische Probleme. Von ihm stammen zwei neue Begriffe:

  • Histapenie (zu wenig Histamin)
  • Histadelie (zu viel Histamin)

Pfeiffer hat weitere Untersuchungen durchgeführt:

Patienten mit Histapenie (zu wenig Histamin) hatten folgende Symptome:

  • Wenig Allergien
  • Karies und viele Zahnfüllungen
  • Starke Körperbehaarung
  • Tinnitus
  • Probleme im sexuellen Bereich
  • Erhöhte Schmerzempfindlichkeit
  • Ängste, aber gleichzeitig Größenphantasien
  • Misstrauen
  • Unlogischer Gedankenablauf

Patienten mit Histadelie (zu viel Histamin) hatten folgende Symptome:

  • Depression
  • Zwänge
  • Ängste und Phobien
  • Erniedrigte Schmerzempfindlichkeit
  • Schlafstörungen
  • Süchte
  • Gutes Gebiss
  • Große Ohren, lange Finger und Zehen (gro9er 2. Zeh)
  • Allergien

Sind KPU-Patienten empfindlich auf Histamin?

Zunächst sind die Histaminspiegel erniedrigt. Unter der Therapie steigen sie aber an. C. C. Pfeiffer empfiehlt trotzdem eine histaminarme Ernährung.  Die Patienten reagieren empfindlich auf Histamin. Histamin kann dabei auch Allergien auslösen. Ebenso Migräne-Attacken.

Nahrungsmittel, die viel Histamin enthalten, sollten vermieden werden:

  • Rotwein
  • Käse mit langer Reifungszeit
  • Salami
  • Geräucherte Fische
  • Sauerkraut
  • Tomaten
  • Essig

Diese Auswahl ist nicht vollständig. Es sind nur Beispiele.

Es gibt auch Histamin-Freisetzer, also Substanzen, die selbst kein Histamin enthalten, aber Histamin freisetzen können:

  • Erdbeeren
  • Zitrusfrüchte

Substanzen, die DAO hemmen:

  • Ambroxol
  • Amitriptylin
  • Metamizol
  • Metoclopramid
  • Verapamil

KPU (Kryptopyrrolurie) und Schilddrüse

Sehr viele Patienten mit KPU leiden gleichzeitig an einer Schilddrüsenerkrankung. Dabei handelt es sich häufig um eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) Diese entsteht meist durch einen Autoimmunprozess mit Zerstörung der Schilddrüse. Bei dieser Erkrankung handelt es sich um die Autoimmunthyreoiditis Hashimoto. Sie ist die häufigste Autoimmunkrankheit des Menschen.

Vorkommen und Häufigkeit

Hashimoto-Thyreoiditis heißt nach ihrem Entdecker Hakaru Hashimoto, der 1912 in Deutschland diese Krankheit als erster beschrieb. Thyreoiditis bedeutet Entzündung. Dabei handelt es sich nicht um eine Infektion mit Bakterien oder Viren, die Krankheit ist also auch nicht ansteckend. Es handelt sich hier vielmehr um einen Autoimmunprozess durch eine Störung des Immunsystems. Die Folge ist eine fortschreitende Zerstörung der Schilddrüse, wodurch ein Mangel an Schilddrüsenhormonen auftritt, weshalb es zu typischen Beschwerden bei den Patienten kommt.  Gleichzeitig leidet der Patient auch an den Folgen des Autoimmunprozesses.

Frauen erkranken häufiger als Männer. Aber auch Kinder können erkranken. Durch verschiedene Untersuchungen wurde festgestellt, dass zwischen 4-5% der Bevölkerung  an einer Hashimoto-Thyreoiditis leiden. Es ist also davon auszugehen, dass in Deutschland etwa 3-4 Mio. Menschen mit dieser Erkrankung leben.

Typischerweise lassen sich im Blut dieser Patienten Antikörper gegen Bestandteile der Schilddrüse nachweisen. Bei Kindern fehlen die Antikörper meist.

Wird die Schilddrüse mit Ultraschall untersucht, dann erscheint das Bild auf dem Schirm dunkler und fleckiger. Bei Kontrollen kann am eine Verringerung der Größe feststellen.

Die Krankheit ist nicht heilbar. Eine sorgfältige Hormontherapie mit Schilddrüsenhormonen beseitigt weitgehend die Beschwerden. Die Patienten müssen individuell behandelt werden und weitere Autoimmunerkrankungen müssen ausgeschlossen werden. Gleichzeitig wird auch versucht, die Überaktivität des Immunsystems zu senken.

Welche Beschwerden können auftreten?

Die Symptome der Hashimoto-Thyreoiditis sind sehr unterschiedlich. Während ein Teil der Patienten nur geringe Beschwerden hat, die durch den Ausgleich der Schilddrüsenhormone rasch behoben werden können, weist ein großer Teil verwirrende und für den einzelnen Patienten belastende Symptome auf. Da die Erkrankung oft langsam beginnt, werden die Beschwerden zunächst gar nicht wahrgenommen. Ganz selten stehen am Anfang die Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion im Vordergrund. Eine medikamentöse Behandlung der Überfunktion muss nur sehr selten vorgenommen werden. Typisch sind dagegen Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion. Auch ein Wechsel zwischen Über- und Unterfunktion kann vorkommen. Oft ist es nicht einfach, die Beschwerden richtig zu deuten, da auch Schwitzen, Herzklopfen und Schlafstörungen bei einer Schilddrüsenunterfunktion und z.B. Müdigkeit bei einer Überfunktion vorkommen können. Wichtig ist, dass bei älteren Menschen weniger Symptome auftreten als bei jüngeren und nicht alle aufgeführten Symptome auftreten müssen. Auch wenn am Anfang eine Überfunktion aufgetreten ist, kommt es im weiteren Verlauf schließlich doch zu einer Schilddrüsenunterfunktion.

Hier die Symptome der Schilddrüsenunterfunktion:

  • Müdigkeit und Erschöpfung
  • Konzentrationsstörung und Abnahme der Gedächtnisleistung
  • Niedriger Puls und Anstieg des Blutdrucks, Herzklopfen
  • Depression, Ängste und Panikattacken
  • Trockene, stumpfe Haare, die leicht ausgehen
  • Juckende Kopfhaut
  • Verdickte, gelbliche Haut mit Schwellungen, auch um die Augen
  • Verstopfung
  • Frieren, Kälte wird nur schlecht toleriert
  • Gewichtszunahme trotz normaler Ernährung
  • Zyklusstörung und Infertilität bei Frauen
  • Libidoverlust
  • Kribbeln und Einschlafen der Hände überwiegend in der Nacht
  • Schlechte Wundheilung und Tendenz zu blauen Flecken
  • Gelenk- und Muskelschmerzen
  • Verlangsamte Reaktionsfähigkeit, kein Antrieb
  • Anstieg des Gesamt-Cholesterins, bei Abfall des HDL-Cholesterins
  • Erhöhte Leberwerte

In der Phase der Schilddrüsenüberfunktion, auch bei Überdosierung der Schilddrüsenhormone, treten folgende Symptome auf:

Symptome der Schilddrüsenüberfunktion:

  • Unruhe, Reizbarkeit, Nervosität, verstärkte Sinneseindrücke
  • Herzklopfen, Herzrasen, Blutdruckerhöhung
  • Muskelschwäche, Muskelschmerzen wie bei Muskelkater
  • Zittern der Hände
  • Schlafstörungen
  • Schwitzen, feuchte und warme Haut
  • Heißhunger und starken Durst
  • Weicher Stuhl oder Durchfall
  • Zyklusstörung bei Frauen
  • Gewichtsabnahme, trotz verstärkter Kalorienzufuhr

Zusätzlich zu den Symptomen der gestörten Schilddrüsenfunktion können weitere Symptome auftreten, die durch die Störung des Immunsystems hervorgerufen werden:

  • Gelenk- und Muskelschmerzen mit Schwellungen
  • Schmerzen im Bereich der Schilddrüse und des Nackens
  • Kloßgefühl im Hals und Heiserkeit
  • Hautveränderungen, wie  Rosazea, Ekzeme, Pigmentstörung
  • Trockene Schleimhäute und wenig Tränenflüssigkeit („Sicca-Syndrom“)
  • Ohrgeräusche (Tinnitus) und Schwindel
  • Grippeähnliches Gefühl und Lymphknotenschwellungen
  • Störung der Blutneubildung mit Blutarmut
  • Verstärkte Infektanfälligkeit

Wie kommt es zur Schädigung der Schilddrüse?

Die genaue Ursache der Erkrankung ist bis heute nicht bekannt. Es handelt sich um ein komplexes Geschehen, bei dem genetische, immunologische, hormonelle und auch Umweltfaktoren eine Rolle spielen. Infektionen mit Viren oder Bakterien sind als Auslöser diskutiert worden. Möglicherweise wird durch Mikroorganismen das Immunsystem in besonderer Weise aktiviert und verändert. Auch jodhaltige Substanzen werden als Auslöser angesehen. Moderne Konzepte gehen aber davon aus, dass die Störung des Immunsystems durch „oxidativen Stress“ und die Entstehung  Freier Radikale verursacht wird. Dabei haben die vorhandenen anti-oxidativen Schutz-Mechanismen versagt.

Von Bedeutung ist, dass sich die Symptome von KPU und Hashimoto stark ähneln, so dass eine beginnende Schilddrüsenunterfunktion immer ausgeschlossen werden sollte.

 

 

 

 

 

KPU (Kryptopyrrolurie) und Medikamentenunverträglichkeiten

Menschen mit KPU reagieren oft nach der Einnahme von Medikamenten mit starken Nebenwirkungen. Der Patient empfindet sie entweder zu stark oder die Wirkung hält lange an. Viele Patienten haben sich daran gewöhnt, dass sie meist weniger als die Hälfte der empfohlenen Dosis einzunehmen brauchen, um die übliche Wirkung zu erreichen. Nehmen sie dagegen mehr ein, dann kommt es zu Nebenwirkungen.

Ein gutes Beispiel sind Narkosen. In der Regel leiden die Patienten, die viel länger brauchen, bis sie wieder wach werden an KPU. Sie haben auch viel häufiger Nebenwirkungen durch die Narkose z. B. mit nachfolgender Übelkeit oder Erbrechen.

Auch Antibiotika werden schlecht vertragen. Insbesondere bei der Gruppe der Gyrasehemmer (Chinolone) kommt es gehäuft zu Unverträglichkeiten, manchmal bereits schon nach der ersten Tablette.

Wie ist das zu erklären?

Es gibt verschiedene Ursachen:

  1. Die Entgiftungsenzyme der Zytochrom 450-Familie bestehen aus Häm-Bausteinen, deren Aufbau durch die Kryptopyrrolurie gestört ist. Dieser Vorgang wird als Phase 1 der Entgiftung bezeichnet. Sie machen Neutralisation, Oxidation, Reduktion oder Hydrolyse. Dabei fallen auch reaktive Substanzen an, die danach unschädlich gemacht werden müssen.
  2. Zwischenprodukte dieser Reaktionen werden mit kleineren Molekülen verbunden, um deren Wasserlöslichkeit zu erhöhen, damit eine Ausscheidung über die Nieren möglich ist. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten wie Methylierung, Sulfatierung usw. Einige der Entgiftungsenzyme benötigen Zink oder Mangan, damit sie ihre volle Wirkung entfalten können. Doch diese fehlen teilweise und somit sind die Abbauprozesse verlangsamt

Es ist also gut zu verstehen, warum Medikamente bei Menschen mit KPU stärker als üblich wirken. Wenn Patienten wissen, dass sie von der Stoffwechselstörung Kryptopyrrolurie betroffen sind, dann können sie dies ihren Ärzten mitteilen. Dadurch lassen sich Nebenwirkungen von Medikamenten verringern. Auch das trägt zu einer besseren Lebensqualität bei.

 

 

 

Entgiftung und Ausleitung bei KPU

Die 6. Auflage hat weitere Kapitel:

  • KPU: angeboren oder erworben?
  • Ausleitung von Schwermetallen?
  • Vitamin K2, der Partner des Vitamin D?
  • Fragen und Antworten. Alles über KPU in Kurzform für den raschen Überblick!

 

0001

 

 

In den letzten 50 Jahren haben sich unsere Umwelt- und Lebensbedingungen stark verändert. Die Zahl neuer Chemikalien ist mittlerweile unüberschaubar geworden. Täglich werden wir mit neuen chemischen Verbindungen aus der Nahrung, der Luft oder auch durch Hautkontakt konfrontiert. In unseren Lebensmitteln befinden sich mittlerweile eine Vielzahl von verschiedenen Chemikalien, Hormonen, Konservierungs- und Farbstoffen. Auch über unsere Haut gelangen zahlreiche Stoffe in unseren Organismus. Leider ist unser Körper nicht immer in der Lage diese Stoffe unschädlich zu machen. Unserem Körper fehlen noch die speziellen Werkzeuge dafür. Anpassungsvorgänge brauchen nämlich Zeit. Irgendwann ist ein Limit erreicht und die Kompensationsmechanismen sind überfordert. Danach entsteht Krankheit.

Das wichtigste Organ zur Entgiftung des Organismus stellt die Leber dar. Die Leber wiegt etwa 1,5kg und wird täglich von etwa 2000 Liter Blut durchströmt. Die Leistungsfähigkeit der Leber ist bemerkenswert. Sie sorgt dafür, dass Abfallstoffe schließlich über die Galle oder auch über die Niere ausgeschieden werden können. Über die Galle werden primär fettlösliche Stoffe und über die Niere wasserlösliche Verbindungen entsorgt. Bei der Niere spielt eine Rolle, dass immer genügend Flüssigkeit, also Wasser, zur Verfügung steht. Aber auch eine ausreichende Herzleistung ist Grundvoraussetzung für eine funktionierende Ausscheidung.

Insgesamt funktioniert die Entgiftung beim KPU-Patienten nur eingeschränkt. Ursache sind die Häm-Synthese-Störung und die fehlende Aktivierung der Enzyme durch den Zink- und Mangan-Mangel. KPU-Patienten sollen auch höhere Konzentrationen an Schwermetallen wie Aluminium, Quecksilber und Arsen aufweisen als die Durchschnittsbevölkerung.

Um die Entgiftung des Körpers zu verbessern, sind vielfältige Überlegungen angestellt und zahlreiche Vorschläge gemacht worden.

Die Geschichte kennt bereits viele Verfahren. Es sind: Schröpfen, Fasten, Aderlass, Blutegel, Wickel, Schwitzkuren, basische Bäder und Ausleitungen über den Darm oder den Urin. Teilweise gehen diese Behandlungen bis ins Altertum zurück. Auch im Mittelalter waren sie gebräuchlich. Die Reinigung des Körpers war wichtig. Die sogenannte „Viersäftelehre“ stand dabei im Mittelpunkt des Krankheitsverständnisses.

Mit dem zunehmenden Kenntnissen über die Physiologie des Körpers ab Beginn der Aufklärung traten diese Theorien zunehmend in den Hintergrund, da andere, wissenschaftlich nachweisbare Ursachen für Erkrankungen gefunden worden waren und damit auch erfolgreich behandelt werden konnten. Die alten Theorien blieben jedoch bis in die Neuzeit eine Grundlage der Alternativmedizin.

Ausgehend von diesen Überlegungen ist es aber inzwischen der modernen Medizin gelungen, Faktoren für eine verminderte Stoffwechselaktivität zu finden.

Die Verbindung zwischen KPU und der mangelnden Entgiftung des Körpers ist offensichtlich. An erster Stelle steht das Häm. Die Entgiftungsenzyme benötigen Häm. Doch das kann nicht in ausreichendem Maß hergestellt werden. Somit verlangsamt sich die Entgiftung. Stoffwechselprodukte und freie Radikale blockieren die Zelle und vermindern dadurch ihre Leistungsfähigkeit. Aber es geht noch weiter. Zink und Mangan fehlen, ebenso Vitamin B6. Zink fehlt zur Aktivierung vieler Enzyme. Dadurch kommt es zur Anhäufung von Abfallstoffen in der Zelle.

Bis in unsere Zeit hinein wurden Versuche unternommen, die Ausscheidung von Chemikalien zu beschleunigen. Es waren die sog. „Chelatbildner“, die eingesetzt wurden. Sie hießen DMSA, DMPS und andere. Sie hatten leider den Nachteil, dass auch lebensnotwendige Metalle mitentfernt wurden und der Körper dadurch weiter geschwächt wurde. Insbesondere der bereits bestehende Zinkmangel wird dadurch weiter verstärkt.

Glücklicherweise wurden diese Zusammenhänge inzwischen erkannt, Wir brauchen diese drastisch wirkenden Substanzen nicht mehr. Natürliche Substanzen funktionieren genauso gut, auch wenn es etwas länger dauert, bis eine Wirkung eintritt.

An erster Stelle stehen die Zeolithe. Das sind kristalline Silikate, die in verschiedenen Formen auf der ganzen Welt vorkommen. Es handelt sich um Vulkangesteine. Charakteristisch ist ihre Gitterstruktur, wodurch Metalle aufgenommen werden können. Aber auch Flüssigkeiten, meist Wasser, befindet sich darin. Durch Erwärmen kann das Wasser wieder entfernt werden, ohne dass dabei die Gitterstruktur zerstört wird. Zeoilithe werden manchmal auch als Molekularsiebe bezeichnet. Auch radioaktive Stoffe können gebunden werden, weshalb Zeolithe bei der Reaktorkatastrophe in Fukushima eingesetzt wurden. Auch übelriechende Gase können gebunden werden. Zeolithe gelangen nach der Einnahme nicht in den menschlichen Körper. Sie werden wieder vollständig ausgeschieden. Auch die Aluminiumionen in den Silikaten können nicht aufgenommen werden. Die täglich empfohlene Menge beträgt 1-2x3g in lauwarmem Wasser, das langsam getrunken wird. Wichtig ist, dass das Pulver nicht mit einem Metalllöffel in Berührung kommt. Das Metall „verstopft“ die Poren und macht das Zeolith wirkungslos.

Naturheilkundler bevorzugen zum Ausleiten oft Pflanzenstoffe. Ganz im Vordergrund steht die Süßwasseralge Chlorella. Dagegen ist Spirulina, eine Salzwasseralge, dafür nicht geeignet. Chlorella arbeitet wie ein Schwamm und bindet Schwermetalle und Umweltgifte. Bevorzugt wird das Bindegewebe durch Chlorella gereinigt. Dies stellt den ersten Schritt dar. Immer müssen zuerst die Schwermetalle das Bindegewebe verlassen haben, damit in einem zweiten Schritt andere Gewebe von Schwermetallen befreit werden können. Das Bindegewebe ist sozusagen der Puffer. Als Ergänzung zu Chlorella kann auch Bärlauch benutzt werden. Bärlauch enthält Schwefel, woran sich Schwermetalle binden können. Die Ausscheidung der Schwermetalle erfolgt schließlich über den Darm.

In einem zweiten Schritt wird zusätzlich Koriander eingesetzt. Koriander ist in der Lage Schwermetall aus spezifischen Geweben freizusetzen, die dann in das Bindegewebe transportiert werden, von wo sie schließlich durch Chlorella aus dem Körper entfernt werden. Koriander kann Schwermetalle freisetzen, aber nicht binden. Die Schwermetalle stammen vorwiegend aus dem Nervengewebe (auch dem Gehirn) und den Knochen. Die Wirkung von Koriander wird durch Vitamin C und andere Antioxidantien abgeschwächt, weshalb sie nur zeitlich versetzt eigenommen werden dürfen. Koriander wird zunächst in geringer Dosis (1 bis 3 Tropfen) eingesetzt und später gesteigert. Treten Schwindel, Kopfschmerzen oder Übelkeit auf, muss die Dosis wieder reduziert werden. Wer 10 Tropfen als Einmaldosis verträgt, hat das meiste Quecksilber und die anderen Schwermetalle aus seinem Körper entfernt. Allgemein sollte bei dieser Therapie die Trinkmenge hoch sein.

Es gibt auch ergänzende Maßnahmen. Sauna und Sport sind gut geeignet, über die Haut Giftstoffe loszuwerden. Dabei spielt die regelmäßige Anwendung eine wichtige Rolle.

Gitterstruktur des Zeolith

zeolith_a-struktur

 

Pulver aus Chlorella-Algen

 

 

Koriander-Blätter

 

Bärlauch

 

 

 

 

 

KPU und die Haut, Fingernägel und Haare

Der chronische Vitalstoffmangel hat Auswirkungen auf Haut, Fingernägel und Haare. Die Haut ist blass, zumindest im Gesicht, manchmal mit gelblichem Unterton. Sie wird dort auch nicht braun, auch wenn andere Körperregionen etwas „Farbe“ annehmen.

Die Haut ist trocken und rauh, manchmal auch rissig und muss täglich gut eingecremt werden. Sie juckt auch, kann an manchen Stellen auch gerötet sein und es besteht der Verdacht auf Allergien.

Die Patienten leiden an Haarausfall durch den Zinkmangel. Besonders die Frauen. Vielleicht reagieren sie auch besonders stark darauf. Männer sind bei den Kopfhaaren gelassener. Sie leiden früher oder später sowieso an Haarausfall.

An den Fingernägeln sieht man Rillen in Längs- und Querrichtung und weiße Flecken. Auch hier ist die Ursache der Zinkmangel.

Die Wundheilung ist verlangsamt, und die Wunden nässen länger. Das macht Probleme bei Verbänden, weil das Verbandsmaterial immer mit der Wunde verklebt ist. Deswegen müssen spezielle Wundauflagen benutzt werden.

Besonders auffällig sind sowohl bei Frauen als auch bei Männern die Dehnungsstreifen (Striae cutis distensae) am Gesäß, Bauch, Oberarme, an den Hüften und Brüsten. Sie sind anfangs rötlich durch das durchschimmernde Subkutangewebe und blassen dann ab. Das Bindegewebe ist nicht belastbar und reißt ein. Hier ist auch der Zinkmangel die Ursache.

Hier sind einige Beispiele:

1. Striae cutis distensae am rechten Oberarm

 

2. Rillennägel und Weißflecke

finger