KPU (Kryptopyrrolurie) und die Störung im Histamin-Stoffwechsel

KPU verändert den Histamin-Spiegel im Körper!

Was kann passieren?

Histamin entsteht im Körper aus der Aminosäure Histidin. Sie muss mit der Nahrung aufgenommen werden, denn der Körper kann sie selbst nicht herstellen. Histamin wird im Körper auch wieder abgebaut. Dafür gibt es sogar 2 Wege. Im Darm wirkt die Diaminoxidase (DAO) und in der Leber  gibt es einen weitere Abbaumöglichkeit.

Histamin kommt in vielen Geweben vor. Die höchste Konzentration findet man in der Lunge.

Welche Aufgaben hat Histamin?

  • Histamin löst allergische Reaktionen aus. Dabei handelt es sich um Reaktionen vom Soforttyp (IgE-vermittelt) aus auch um Reaktionen vom verzögerten Typ (IgG-vermittelt).
  • Histamin verbessert die lokale Durchblutung, indem Kapillaren erweitert werden.
  • Histamin verstärkt die Durchlässigkeit der Gefäßwände für Flüssigkeiten aller Art.
  • Histamin senkt den Blutdruck und erhöht die Pulsfrequenz.
  • Histamin steigert die Magensaftsekretion und erhöht die Säureproduktion im Magen.
  • Histamin verstärkt die Muskelkontraktionen im Darm.
  • Histamin verengt die Bronchien.
  • Histamin führt zu Kontraktionen der Gebärmutter.
  • Histamin lässt Schleimhäute anschwellen.
  • Histamin ist ein Botenstoff (Neurotransmitter) im Gehirn.
  • Histamin beeinflusst die Schmerzempfindung.

Etwa die Hälfte der Patienten mit KPU hat erniedrigte Histamin-Spiegel im Blut und nur ein geringer Teil (etwa 10%) hat erhöhte Histamin-Werte. Fast die Hälfte aller KPU-Patienten hat normale Histamin-Werte. Je älter die Patienten sind, desto niedriger ist der Histamin-Spiegel. Der Histamin-Spiegel nimmt also im Laufe des Lebens ab.

Wie lassen sich diese Zusammenhänge erklären?

Durch den Verlust von Zink durch die Ausscheidung im Urin führt langfristig zu einem erhöhten Kupferspiegel. Kupfer ist der natürliche Gegenspieler von Zink. Das erhöhte Kupfer aktiviert die Diaminoxidase (DAO) im Dünndarm, wodurch das Histamin schneller abgebaut wird. Dadurch fällt das Histamin ab. C.C. Pfeiffer kannte dieses Problem. Diese Patienten hatten auch psychische Probleme. Von ihm stammen zwei neue Begriffe:

  • Histapenie (zu wenig Histamin)
  • Histadelie (zu viel Histamin)

Pfeiffer hat weitere Untersuchungen durchgeführt:

Patienten mit Histapenie (zu wenig Histamin) hatten folgende Symptome:

  • Wenig Allergien
  • Karies und viele Zahnfüllungen
  • Starke Körperbehaarung
  • Tinnitus
  • Probleme im sexuellen Bereich
  • Erhöhte Schmerzempfindlichkeit
  • Ängste, aber gleichzeitig Größenphantasien
  • Misstrauen
  • Unlogischer Gedankenablauf

Patienten mit Histadelie (zu viel Histamin) hatten folgende Symptome:

  • Depression
  • Zwänge
  • Ängste und Phobien
  • Erniedrigte Schmerzempfindlichkeit
  • Schlafstörungen
  • Süchte
  • Gutes Gebiss
  • Große Ohren, lange Finger und Zehen (gro9er 2. Zeh)
  • Allergien

Sind KPU-Patienten empfindlich auf Histamin?

Zunächst sind die Histaminspiegel erniedrigt. Unter der Therapie steigen sie aber an. C. C. Pfeiffer empfiehlt trotzdem eine histaminarme Ernährung.  Die Patienten reagieren empfindlich auf Histamin. Histamin kann dabei auch Allergien auslösen. Ebenso Migräne-Attacken.

Nahrungsmittel, die viel Histamin enthalten, sollten vermieden werden:

  • Rotwein
  • Käse mit langer Reifungszeit
  • Salami
  • Geräucherte Fische
  • Sauerkraut
  • Tomaten
  • Essig

Diese Auswahl ist nicht vollständig. Es sind nur Beispiele.

Es gibt auch Histamin-Freisetzer, also Substanzen, die selbst kein Histamin enthalten, aber Histamin freisetzen können:

  • Erdbeeren
  • Zitrusfrüchte

Substanzen, die DAO hemmen:

  • Ambroxol
  • Amitriptylin
  • Metamizol
  • Metoclopramid
  • Verapamil
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Autor: lebenmitkpu

Ich bin Arzt, Autor und jetzt auch Blogger. KPU beschäftigt mich seit über 10 Jahren. Immer wieder kommen neue erstaunliche Dinge hinzu. Fast alle Bereiche der Medizin sind betroffen. Ich wünsche mir, dass KPU in der Bevölkerung bekannter wird. Viele Menschen würden davon profitieren und hätten dadurch mehr Lebensqualität.

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