KPU (Kryptopyrrolurie) und Medikamentenunverträglichkeiten

Menschen mit KPU reagieren oft nach der Einnahme von Medikamenten mit starken Nebenwirkungen. Der Patient empfindet sie entweder zu stark oder die Wirkung hält lange an. Viele Patienten haben sich daran gewöhnt, dass sie meist weniger als die Hälfte der empfohlenen Dosis einzunehmen brauchen, um die übliche Wirkung zu erreichen. Nehmen sie dagegen mehr ein, dann kommt es zu Nebenwirkungen.

Ein gutes Beispiel sind Narkosen. In der Regel leiden die Patienten, die viel länger brauchen, bis sie wieder wach werden an KPU. Sie haben auch viel häufiger Nebenwirkungen durch die Narkose z. B. mit nachfolgender Übelkeit oder Erbrechen.

Auch Antibiotika werden schlecht vertragen. Insbesondere bei der Gruppe der Gyrasehemmer (Chinolone) kommt es gehäuft zu Unverträglichkeiten, manchmal bereits schon nach der ersten Tablette.

Wie ist das zu erklären?

Es gibt verschiedene Ursachen:

  1. Die Entgiftungsenzyme der Zytochrom 450-Familie bestehen aus Häm-Bausteinen, deren Aufbau durch die Kryptopyrrolurie gestört ist. Dieser Vorgang wird als Phase 1 der Entgiftung bezeichnet. Sie machen Neutralisation, Oxidation, Reduktion oder Hydrolyse. Dabei fallen auch reaktive Substanzen an, die danach unschädlich gemacht werden müssen.
  2. Zwischenprodukte dieser Reaktionen werden mit kleineren Molekülen verbunden, um deren Wasserlöslichkeit zu erhöhen, damit eine Ausscheidung über die Nieren möglich ist. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten wie Methylierung, Sulfatierung usw. Einige der Entgiftungsenzyme benötigen Zink oder Mangan, damit sie ihre volle Wirkung entfalten können. Doch diese fehlen teilweise und somit sind die Abbauprozesse verlangsamt

Es ist also gut zu verstehen, warum Medikamente bei Menschen mit KPU stärker als üblich wirken. Wenn Patienten wissen, dass sie von der Stoffwechselstörung Kryptopyrrolurie betroffen sind, dann können sie dies ihren Ärzten mitteilen. Dadurch lassen sich Nebenwirkungen von Medikamenten verringern. Auch das trägt zu einer besseren Lebensqualität bei.

 

 

 

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Autor: lebenmitkpu

Ich bin Arzt, Autor und jetzt auch Blogger. KPU beschäftigt mich seit über 10 Jahren. Immer wieder kommen neue erstaunliche Dinge hinzu. Fast alle Bereiche der Medizin sind betroffen. Ich wünsche mir, dass KPU in der Bevölkerung bekannter wird. Viele Menschen würden davon profitieren und hätten dadurch mehr Lebensqualität.

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