KPU (Kryptopyrrolurie) und Vitamin K2, der Partner des Vitamin D

Die 6. Auflage hat weitere Kapitel:

  • KPU: angeboren oder erworben?
  • Ausleitung von Schwermetallen?
  • Vitamin K2, der Partner des Vitamin D?
  • Fragen und Antworten. Alles über KPU in Kurzform für den raschen Überblick!

 

KPU (Kryptopyrrolurie) und Vitamin K2, der Partner des Vitamin D

Calcium beugt Osteoporose vor, erzeugt aber dafür Herzinfarkte. Das konnte eindeutig bei Langzeitstudien nachgewiesen werden. Calcium verhärtet Gefäße. Was sind die Ursachen? Ist es also gefährlich, Vitamin D zu substituieren? Vitamin D erhöht ja den Calciumspiegel.

Vitamin D ist eine Substanz, die eine gesundheitsfördernde Wirkung auf unsere Knochen hat. Menschen mit KPU haben besonders niedere Vitamin D-Spiegel. Deshalb wurde ihnen geraten, Vitamin D einzunehmen. Bei Kindern und jungen Erwachsenen spielt die Knochengesundheit sicherlich noch eine geringe Rolle. Aber wie ist es bei den Älteren?

Die Forschung hat jetzt das Vitamin K2 entdeckt. Überraschend war, dass es verschiedene K-Vitamine gibt, die unterschiedliche Aufgaben haben. Im Zusammenhang mit Vitamin D ist Vitamin K2 von Interesse. Es ist der Partner des Vitamin D. Immer, wenn es fehlt gibt es bei der Vitamin D-Gabe Probleme. Und es fehlt in Mitteleuropa immer. Angeregt von verschiedenen Veröffentlichungen haben wir selbst Vitamin K2 in der Praxis bei mehreren Patienten gemessen. Alle hatten tatsächlich auch den Mangel! Wenn Vitamin K2 fehlt, dann verstärkt Vitamin D die Arterienverkalkung. Vitamin D holt das Calcium aus dem Darm und das ist gut so. Aber wohin kommt dann das viele Calcium? Es gelangt nicht nur in die Knochen, sondern bleibt auch in den Gefäßen hängen. Vitamin K2 aktiviert das Osteocalcin und das transportiert schließlich das Calcium in die Knochen und in die Zähne. Vitamin K2 ist der stärkste heute bekannte Hemmer der Gewebeverkalkung.

Menschen mit KPU leiden häufig an Karies. Die Ursache dafür war bisher unbekannt. Eng stehende Schneidezähne sind außerdem oft aufgefallen. Irgendwie war der Kiefer zu  klein geraten. Wenn die Kinder Zahnspangen bekamen, dann wurde oft überlegt, ob Zähne gezogen werden müssten, weil der Platz für alle Zähne nicht ausreichte. Es ist interessant, dass Vitamin K2 von einem Zahnarzt entdeckt wurde. Ihm waren diese Besonderheiten nämlich auch aufgefallen. Menschen, die in ihrem ganzen Leben niemals irgendeine Zahnhygiene durchgeführt hatten, besaßen ein hervorragendes Gebiss. Andere hatten ständig Karies. Wie war dies zu erklären?

Dieser Zahnarzt ist in der ganzen Welt herumgefahren, um dieses Rätsel zu lösen. Er fand, dass je isolierter die Menschen von der modernen Gesellschaft waren, desto besser war ihre Zahngesundheit. Sie hatten ihre traditionelle Ernährung beibehalten. Erst die moderne Ernährung veränderte das Bild. Zuerst kam der Karies und die Erkrankung des Zahnfleisches. Wir alle wissen, dass die Zahngesundheit und Herzerkrankungen zusammenhängen. Aber er fand noch andere erstaunliche Dinge. Kinder, die noch traditionell ernährt wurden, hatten breite Kiefer mit ausreichend Platz für die Zähne. Erst die moderne Ernährung verengte die Zahnreihe. Auch die Symmetrie des Gesichtes stimmte nicht mehr. Die Kiefer hatten nicht mehr die Breite der Stirn, denn so war es bisher gewesen. Das untere Gesichtsdrittel ist also in seiner Entwicklung stecken geblieben.

Das Ergebnis vieler Untersuchungen der Nahrungsbestandteile traditioneller Ernährungsweisen in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts ergab, dass diese Nahrung ein Vielfaches an fettlöslichen Vitaminen aufwies gegenüber der modernen Ernährung. Man isolierte aus der Nahrung einen fettlöslichen Faktor, der erst 2007 als Vitamin K2 erkannt wurde.

Im Laufe der Zeit wurden weitere positive Wirkungen von Vitamin K2 entdeckt. Die Zähne sind nur ein Symptom, das eben leicht für alle erkennbar ist. In Wirklichkeit ist der gesamte Körper vom Vitamin K2-Mangel betroffen.

Wenn es ein Vitamin K2 gibt, dann sollte auch ein Vitamin K1 bekannt sein. Genauso ist es! Aber damit sind wir mit unserer modernen Ernährung durch Gemüse und Salate gut versorgt, es gibt also keine Defizite. Vitamin K1 ist ein wichtiger Faktor für die Blutgerinnung und die funktioniert bei allen Menschen zuverlässig. Wenn nicht, dann sind andere Ursachen dafür verantwortlich. Die Umwandlung von Vitamin K1 in K2 funktioniert bei uns Menschen nicht, im Gegensatz zu vielen Tieren, insbesondere den Wiederkäuern. Vitamin K2 kann im Körper auch nur in geringem Maß gespeichert werden.

Ein wesentlicher Faktor für den fortschreitenden Mangel unserer Ernährung an Vitamin K2 ist die veränderte Tierhaltung. Es fehlt das Grünfutter. In der industrialisierten Landwirtschaft sind die Tiere in den Ställen und werden mit Getreide gefüttert, das nur geringe Mengen an Vitamin K1 enthält und somit entsteht auch weniger Vitamin K2.

Das Nahrungsmittel mit dem höchsten Gehalt an Vitamin K2 ist Natto. Das sind fermentierte Sojabohnen aus Japan. Das Essen ist wegen seines Geschmacks etwas gewöhnungsbedürftig. In Europa ist Natto schwer zu bekommen. Aber viele Vitamin K2-Kapseln werden aus Natto gewonnen. Ähnlich wie Blauschimmelkäse schmeckt es. Es ist auch für Veganer geeignet. Schon lange essen Japaner Natto und  es gibt erstaunliche Geschichten zu Natto und den Samurai, den japanischen Kriegern. Dies würden aber den Rahmen dieser Darstellung sprengen. Es sind Bakterien, die das Natto erzeugen. Dort, wo Natto häufig gegessen wird, gibt es eindeutig weniger Frakturen.

Wieviel Vitamin K2 brauchen wir?

Vitamin K2 hat keine bekannte Toxizität. Eigentlich gibt es ja zwei Arten von Vitamin K2. Tierisches und pflanzliches (bakterielles). Sie haben verschiedene Namen. MK-4 ist das tierische und MK-7 das bakterielle. MK-7 ist leichter zu bekommen, denn MK-4 ist sehr teuer und MK-4 hat nur eine kurze Halbwertszeit. Besser ist also MK-7! Die Produkte werden aus Natto hergestellt. Sie müssen nur einmal am Tag eingenommen werden. In der Regel reichen 200µg Vitamin K2 täglich. Die Einnahme wird zum Essen empfohlen. Wer gleichzeitig Marcumar zur Blutverdünnung einnimmt, muss seine Blutwerte öfter kontrollieren lassen, oder auf die neuen blutverdünnenden Medikamente umsetzen.

Wir wissen inzwischen, wie wichtig Vitamin D für unsere Gesundheit ist. Vor allem wegen der Gefahr einer Osteoporose wird es vielen Nahrungsmitteln zugesetzt. Von den Multivitaminpräparaten über Orangensaft bis zu den Nudeln. Leider nimmt die Zahl der Herzinfarkte damit zu, weil sich das Kalzium auch in den Blutgefäßen ansammelt, anstatt unsere Knochen aufzubauen. Die Lösung dieses Problems besteht aber nicht darin, einfach wieder auf Vitamin D zu verzichten, sondern den Partner des Vitamin D, nämlich Vitamin K2, mit einzubeziehen.

Hier ist eine Zusammenfassung des derzeitigen Wissens über Vitamin K2:

Körperbereich Wirkung von Vitamin K2
Altern allgemein Verlangsamung des Alterungsprozesses
Koronare Herzkrankheit Hemmung der Gefäßverkalkung
Osteoporose Abnahme der Osteoporose
Demenz Verzögerung der Demenz
Faltenbildung Verzögerung der Faltenbildung
Diabetes mellitus Abnahme der Insulinresistenz
Arthritis Verzögerung von Gelenkschäden
Gehirn Verhinderung von Schäden
Krebs Abnahme von Lungen- und Prostata-Krebs
Niere Abnahme von Dialysen
Schwangerschaft Verbesserung der Spermienqualität
Zähne Abnahme von Karies

Das ist die Strukturformel von Vitamin K2:

Struktur von Menachinon

 

 

 

 

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Autor: lebenmitkpu

Ich bin Arzt, Autor und jetzt auch Blogger. KPU beschäftigt mich seit über 10 Jahren. Immer wieder kommen neue erstaunliche Dinge hinzu. Fast alle Bereiche der Medizin sind betroffen. Ich wünsche mir, dass KPU in der Bevölkerung bekannter wird. Viele Menschen würden davon profitieren und hätten dadurch mehr Lebensqualität.

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