KPU

Welche Symptome sprechen für KPU?

 

KPU ist verantwortlich für eine Vielzahl von Beschwerden und Symptomen. Nicht alle müssen zutreffen.

Hier eine Zusammenstellung:

  • Äußeres Erscheinungsbild

Das Gesicht ist blass, manchmal zeigt sich auch ein gelblicher Schimmer. Es wird über Juckreiz am Körper berichtet. Das Gesicht wird auch in der Sonne nicht richtig braun gefärbt, im Gegensatz zu den Oberarmen, die durchaus gebräunt sein können. Dadurch wird der Unterschied der Hautfarbe noch deutlicher. Sonnenlicht wird allgemein schlecht vertragen. Ebenso grelles Licht.  Das Gesicht ist etwas aufgedunsen mit Schwellungen im Bereich der Wangen und um die Augen. Es fallen Augenringe auf. Scheinbar liegen die Augen tiefer in den Augenhöhlen. Die Schneidezähne sind betont und liegen eng zusammen. Der Zahnschmelz ist weich und oft sind die Zähne kariös. Die Lippen sind blass und die Bindehäute der Augen sind hell. An der Haut sind Bindegewebsstreifen (Striae) wie nach einer Schwangerschaft zu sehen z. B. an Oberschenkeln, Brüsten und Hüften. Die Fingernägel weisen weiße Flecken auf. Die Haare sind oft licht und es wird über Haarausfall berichtet. Manchmal besteht ein süßlicher Körpergeruch. Akne, Ekzeme und Schuppenflechte kommen gehäuft vor.

  • Bewegungsapparat

Die Gelenke sind allgemein überbeweglich (Hypermotilität). Arme, Hände und Finger  können überstreckt werden. Eine Besonderheit ist, dass der Daumen weit überstreckt werden kann, so dass er fast bis zur Innenseite des Unterarmes reicht, wo der Puls gemessen werden kann. Im späteren Leben tritt allerdings dann eine zunehmende Steifheit der Gelenke ein. Vor allem im Knie- und Beckenbereich. Die Muskulatur ist schwach, der Muskelaufbau ist verringert. Vor allem Arme und Rumpf sind betroffen. Die Beinmuskulatur ist besser entwickelt. Da rasch eine Überforderung des Bewegungsapparates eintritt, klagen die Patienten oft über Muskel- und Gelenkschmerzen, die nicht charakteristisch sind und bisher schlecht auf eine Therapie angesprochen haben.

  • Magen- und Darmbeschwerden

Magen- und Darmbeschwerden sind häufig. Sehr oft wird berichtet, dass schon kurze Zeit nach dem Essen der Bauch aufgebläht ist und schmerzt. Übelkeit, vor allem morgens, ist häufig. Durchfall und Verstopfung wechseln sich ab. Auch über verstärkten Mundgeruch wird geklagt. Eine vegetarische Ernährung wird oft bevorzugt.

  • Herz-Kreislauf

Ob der erhöhte Homocysteinwert zu einer Häufung kardiovaskulärer Erkrankungen führt, ist bisher nicht geklärt.

  • Menstruationsbeschwerden, Schwangerschaftsprobleme, Potenzstörungen

Frauen berichten häufig über eine unregelmäßige Menstruation, klagen über prämenstruelle Syndrome wie vermehrte Reizbarkeit, Konzentrationsstörungen, Spannungsgefühl der Brüste, der Füße und Hände und Schmerzen im Unterbauch. Schwangerschaftserbrechen tritt gehäuft auf. Die Fruchtbarkeit ist herabgesetzt. Schwangerschaftskomplikationen sind häufiger als bei gesunden Frauen. Da Männer seltener an dieser Erkrankung leiden, ist eine Aussage über Potenzstörungen schwierig. Dieses Problem scheint aber bei jungen Männern gehäuft aufzutreten.

  • Psychische und psychosomatische Störungen

Eine Verschlechterung des Gedächtnissen, vor allem des Kurzzeitgedächtnisses, wird sehr häufig beobachtet. Die Patienten können sich nicht mehr an ihre Träume erinnern. Vor allem Gehörtes können sich die Patienten schlecht merken. Dies führt dazu, dass im Gespräch  immer wieder Zwischenfragen gestellt werden, um  das Gehörte besser behalten zu können. Auch das Namensgedächtnis ist schlecht. Die Konzentrationsfähigkeit ist herabgesetzt.  Die Stimmungslage ist häufig depressiv. Sie wirken erschöpft. Unter Stressbelastung verstärken sich die Leistungsdefizite. Ängste und Panik nehmen zu. Die Folge ist meist ein Rückzug vom gesellschaftlichen Leben. Beschrieben sind auch psychotische Störungen, Halluzinationen und Schizophrenie. Kinder können hyperaktiv sein. Andererseits sind diese Menschen kreativ und originell.

  • Störung des Immunsystems

Infekte der oberen Luftwege und Blasenentzündungen bei Frauen kommen gehäuft vor. Bei Kindern sind wiederkehrende Mittelohrentzündungen vorherrschend.

  • Medikamentenunverträglichkeit

Viele Medikamente werden schlecht vertragen, und die Patienten reagieren stark mit Nebenwirkungen. Falls Medikamente unbedingt erforderlich sind, muss die Dosis reduziert werden. In der Regel auf 25 % der sonst üblichen Dosierung. Sogenannte porphyrinogene Stoffe sollten vermieden werden.

  • Schilddrüsenunterfunktion

Viele Patienten mit HPU/KPU leiden an einer Schilddrüsenunterfunktion, wodurch die Beschwerdesymptomatik weiter verstärkt wird.

 

 

 

Autor: lebenmitkpu

Ich bin Arzt, Autor und jetzt auch Blogger. KPU beschäftigt mich seit über 10 Jahren. Immer wieder kommen neue erstaunliche Dinge hinzu. Fast alle Bereiche der Medizin sind betroffen. Ich wünsche mir, dass KPU in der Bevölkerung bekannter wird. Viele Menschen würden davon profitieren und hätten dadurch mehr Lebensqualität.

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